Die Korbflechtkunst: Alles zum Traditionshandwerk

Die Korbflechtkunst ist ein uraltes Handwerk und wird von Menschen auf der ganzen Welt angewendet. Ihre Anfänge gehen bis auf das Jungzeitsteinalter zurück. Trotz des enormen technischen Fortschritts werden bis heute Korbwaren aus geflochtenen Materialien wie Rattan hergestellt. Wie sich die Korbflechtkunst entwickelt hat und welche Besonderheiten sie aufweist, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Die Anfänge des Körbe Flechtens: Jungsteinzeit und vorgeschichtliche Zeit

Der erste geflochtene Korb soll ca. 10.000 vor Christus entstanden sein. Weitere Fundstücke stammen aus der Zeit von 5.000 vor Christus. Neben der Handwerkskunst des Tonens gehört die Korbflechtkunst somit zum ältesten Handwerk der Menschen. Zu Beginn nutzte man Zweige, Wurzeln oder Gräser, welche zusammengedreht und verflochten wurden. Dadurch konnten Transportbehälter hergestellt werden. Ebenfalls wurden aus den Pflanzenteilen Matten geflochten oder aus Ästen Zäune gefertigt. Der Vorteil der Flechtkunst bestand darin, dass die Natur die dafür notwendigen Materialien direkt bereitstellte und kaum Werkzeug oder handwerkliche Vorkenntnisse benötigt wurden. Als Vorbild für die Korbflechtkunst dienten in der Jungsteinzeit vermutlich Vogelnester. Die Menschen entwickelten das Handwerk stetig weiter, sodass es bald zur Fertigung von verschiedenen Behältern und anderer Gegenstände kam. Eine weitere Entwicklung bestand in geflochtenen Körben aus Binsen oder Weiden, welche mit Lehm bestrichen und anschließend gebrannt wurden. Dadurch blieben Flechtornamente des verkohlten Korbs zurück.

Mit der Entstehung von Siedlungen etablierten sich geflochtene Hauswände, welche mit einer Mischung aus Stroh und Lehm bestrichen wurden. Die sogenannte Flechtwerkwand gibt bis heute Hauswänden ihren Namen – das Wort „Wand“ kommt ursprünglich von „winden“, das heißt „flechten“.  Die Handwerkskunst hatte eine große Bedeutung und wurde bis ins 19. Jahrhundert in Russland und Rumänien umgesetzt. Neben der Fertigung von Wänden wurde die Korbflechtkunst vor allem aber auch zur Fertigung von Transportbehältern genutzt. Zu den wichtigsten Arten von geflochtenen Körben gehören folgende:

Geflochtene KörbeZum Transport von Feuerholz sowie zur Wein- oder Obsternte wurden sogenannte Kiepen angefertigt. Diese verfügen über Ledergurte, mit welchen sie auf dem Rücken getragen werden können. Bienenkörbe dienten dagegen zur Honiggewinnung. Dabei handelte es sich um Presskörbe aus Weide. Alternativ wurden sie aus Rinde oder Pfriemengras gefertigt. Eine weitere Innovation stellten Flaschenkörbe dar, die Tonkrüge und Glasflaschen zum Schutz umschlossen. Ihre Fertigung erfolgte aus Weiden, Stroh und Binsen. Besonders dicht geflochtene Körbe dienten dagegen der Herstellung von Käse. In diese konnte die geronnene Milch eingefüllt werden und die Molke abfließen. Speziell für den Fischfang wurden dagegen Fischreusen geflochten. Sie finden zum Teil noch bis heute Anwendung. Neben diesen geflochtenen Körben wurden zudem Katzenkörbe zum Transport und als Schlafgelegenheit für Tiere geflochten. Wäschekörbe dienten ebenfalls dem Transport von sauberer Wäsche, welche durch die Luftdurchlässigkeit des Flechtwerks auch noch weiter trocknen konnten. Kinderwagen, wie wir sie heute kennen, wurden ursprünglich aus einem Korb mit Fahrgestell gefertigt.

Das Korbflechten bis Ende des Zweiten Weltkriegs

Korbflechten mit HandIm Laufe des Mittelalters war die Korbflechtkunst weiterhin stark verbreitet. Gerade die Bauern stellten diese aus groben Materialien her, bis ins 18. Jahrhundert etablierten sich feinere und spezifischere Flechtarten. Ab dem 19. Jahrhundert erweiterte sich das Korbflechten auch auf die Herstellung von Möbelstücken wie Schränke, Blumenständer, Stühle oder Tische. Das Handwerk entwickelte sich zu einem eigenen Industriezweig und erlebte dadurch einen weiteren Aufschwung.

Mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde die Korbflechtkunst in die Rüstungsindustrie eingegliedert. So kam es zur erhöhten Produktion von Geschosskörben, welche überwiegend von Frauen, Kindern und älteren Männern in Werkstätten geflochten wurden. Erst in den 50er- und 60er-Jahren erlebte das Handwerk erneut einen Aufschwung, die Flechtkörbe wurden hauptsächlich für Haushalte hergestellt. Mit der Weiterentwicklung der Industrie, welche die Anfertigung von hohen Stückzahlen zu geringsten Preisen anstrebte, begann die Korbflechtkunst als Berufszweig auszusterben.

Die heutige Korbflechtkunst mit Rattan

Inzwischen erfreuen sich geflochtene Möbelstücke und Dekoartikel wieder hoher Beliebtheit. Gerade das Naturmaterial Rattan findet sich immer häufiger in Haushalten, da es Leichtigkeit und Wärme in die Räumlichkeiten bringt. Es verfügt über eine flexible und gleichzeitig sehr stabile Struktur, sodass es eine lange Lebensdauer aufweist. Egal, ob Wohnzimmermöbel, Betten oder Möbelstücke für das Esszimmer – Rattan kann vielseitig eingesetzt werden.

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